Trinkwasserqualität im Fernwassersystem

Jedes Jahr erstattet die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz Bericht zum Status quo der Trinkwasserqualität in ihrem Versorgungssystem. Eine Broschüre versammelt die wichtigsten Parameter zur Güte des Trinkwassers, das im Berichtsjahr in den drei Wasserwerken des Unternehmens aufbereitet und über das Fernleitungssystem verteilt wurde. Zusätzliche Einblicke in die aus Qualitätssicht prägenden Themen des Jahres wie beispielsweise größere Investitionsvorhaben oder aktuelle Inhalte, mit denen sich die Vertreter des Unternehmens im Rahmen ihrer Arbeit in den Fachgremien der Branchenverbände auseinandersetzen, bietet dieses Onlineportal zum Trinkwasserbericht. Im Downloadbereich stehen Ihnen darüber hinaus die Analysen nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung zur Verfügung.

Dr. Dirk Brinschwitz und Jan Wollenberg

Zuverlässigkeit, Kontinuität und eine langfristige Herangehensweise an zukünftige Herausforderungen prägen uns als Unternehmen der kritischen Infrastruktur. Was in manchen Ohren selbstverständlich klingen mag, bedeutet für unsere Beschäftigten ein ständiges Ringen mit den kleinen und großen Fragestellungen des Alltags. Gleichzeitig gilt es, tragfähige Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. Unser Handeln ist ständig begleitet von dem Anspruch, circa zweieinhalb Millionen Menschen in Mitteldeutschland rund um die Uhr mit frischem Trinkwasser aus der Leitung zu versorgen. Dieser Verantwortung sind wir auch im Jahr 2021 gerecht geworden, trotz der weiter andauernden Corona-Pandemie und damit verbundenen Veränderungen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozesse. Die drei Kernbereiche des Unternehmens – die Wassergewinnung, die Aufbereitung sowie der Transport zum Verbraucher – erfüllten alle Anforderungen einer qualitativ und quantitativ sicheren Versorgung. Dies ist der Verdienst aller internen und externen Beteiligten, die täglich partnerschaftlich Hand in Hand zusammenarbeiten. Ihnen gilt unser Dank, denn die Verfügbarkeit von hochwertigem Trinkwasser ist ein wertvolles und zu bewahrendes Gut.

Der Trinkwasserbericht 2021 für Sie

Fakten, Hintergründe und Grafiken zur Qualität des Trinkwassers im System der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz sowie die aktuellen Trinkwasseranalysen nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

Die Kerndaten auf einen Blick

Wir fördern unser Rohwasser aus zwei unterschiedlichen Quellen. Das Trinkwasser für weite Teile des sachsen-anhaltinischen Raumes westlich von Dessau entstammt dem Reservoir der Rappbodetalsperre und ist mithin Oberflächenwasser. In Sachsen dagegen gewinnen wir Trinkwasser aus dem Uferfiltrat der Elbe und den Grundwasserreservoiren der Elbaue bei Torgau. Je nach Ursprung des Rohwassers kommen unterschiedliche Aufbereitungsverfahren zur Anwendung, die den Einsatz unterschiedlicher Zusatzstoffe beinhalten. Die Kerndaten der Trinkwassergewinnung in den einzelnen Wasserwerken inklusive der Angaben, welche Stoffe für welchen Zweck zur Anwendung kommen, zeigen Ihnen die folgenden Grafiken.

Zusatzstoffe zur Trinkwasseraufbereitung in Gramm pro Kubikmeter (g/m³) im Jahr 2021

Zusatzstoffe Verwendungszweck Wienrode Torgau-Ost Mockritz
Calciumoxid Einstellen des pH-Wertes 13 - -
Calciumhydroxid Einstellen des pH-Wertes - 31 49
Kohlenstoffdioxid Aushärtung 10 - -
Aluminiumsulfat Al₂(SO₄)₃ Flockung 8,5 11* 5,8
Anionisches Polyacrylamid Flockung 0,1* - -
Kaliumpermanganat Oxidation - - 1,5
Chlor Desinfektion 0,40 0,25 0,38
Chlordioxid Desinfektion 0,20 0,15 -
Pulveraktivkohle Adsorption - - -

* nur bei Bedarf

Härtegrad des Trinkwassers der Wasserwerke

Wienrode Wasserwerk Torgau-Ost Mockritz
3,9 °dH* weich 10,5 °dH mittel 17,0 °dH hart
< 1,5 Millimol/Liter Calciumcarbonat 1,5 … 2,5 Millimol/Liter Calciumcarbonat >2,5 Millimol/Liter Calciumcarbonat
(< 8,4 °dH) (8,4°… 14 °dH) (>14 °dH)

* °dH = Grad deutscher Härte

Netzeinspeisung der Wasserwerke

Schwerpunktthema Qualitätsberichterstattung 2021

Die Rappbodetalsperre ist mit einem Fassungsvermögen von 109 Millionen Kubikmetern Deutschlands größte Trinkwassertalsperre. Ihre Wasserqualität wird über das gesamte Einzugsgebiet inklusive der Vorsperren überwacht.

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Die Rappbodetalsperre ist mit einem Fassungsvermögen von 109 Millionen Kubikmetern Deutschlands größte Trinkwassertalsperre. Ihre Wasserqualität wird über das gesamte Einzugsgebiet inklusive der Vorsperren überwacht.

Mehrstufige Qualitätsüberwachung der Rappbodetalsperre

Die quantitative Verfügbarkeit und die Kenntnis der qualitativen Beschaffenheit der Rohwasserressourcen sind die Basis für eine sichere und allen Anforderungen der Trinkwasserverordnung gerecht werdende Trinkwasserversorgung in Mitteldeutschland. Beide Faktoren unterliegen deshalb bei der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FEO) einem umfassenden Monitoring. Während die Gewinnung von Rohwasser in der Elbaue um Torgau aus geschützten Tiefengrundwasserleitern erfolgt, kann die Speicherung von Niederschlagswasser im Talsperrensystem des Ostharzes vielfältigen Einflüssen ausgesetzt sein. In Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung arbeitet die FEO intensiv an der näheren Bestimmung dieser Einflussfaktoren. Durch Gefährdungsanalysen und die kontinuierliche Überwachung des Einzugsgebietes können mögliche Eintragsquellen von natürlichen oder anthropogenen Stoffen in das Rohwasser frühzeitig identifiziert und im Idealfall abgestellt werden. Damit beginnt die Qualitätssicherung bereits an der Quelle.

Grafik: Qualitätsüberwachung im Einzugsgebiet der Rappbodetalsperre

Automatische Messungen im Rahmen von TERENO und TOR

Im Jahr 2008 startete das TERENO-Projekt (TERestrial ENvironmental Observatoria), eine Initiative des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) Es stellt eine Beobachtungsplattform dar, die verschiedene terrestrische Observatorien in unterschiedlichen Regionen Deutschlands verbindet. Ziele dieses TERENO-Projektes sind unter anderem die Beobachtung und das Studium der Langzeiteinflüsse des globalen Klimawandels, die Untersuchung von Landnutzungsänderungen, sozioökonomischen Entwicklungen und menschlichen Eingriffen in die terrestrischen Ökosysteme sowie die Bereitstellung von multitemporalen und multiskaligen Langzeitumweltdaten.

Teil der TERENO-Initiative ist das TOR-Projekt (Talsperren Observatorium Rappbode) im Gebiet von Harz und Mitteldeutschem Tiefland. TOR beschäftigt sich mit den Auswirkungen des globalen Wandels auf Wasserressourcen und Stoffströme sowie auf die biologische Vielfalt des dortigen Lebens. Es umfasst ein umfangreiches Monitoring zur Untersuchung der Wasserqualität, in dem die Hauptzuflüsse, Vorsperren und die Rappbodetalsperre selbst in unterschiedlichen zeitlichen Abständen und auf unterschiedlichen räumlichen Skalen analysiert werden. Automatische Messstationen liefern nonstop eine Fülle von Messdaten wie Nitratkonzentration, SAK254, Wassertemperatur, Leitfähigkeit, Abfluss oder Wasserstände, die in einer zentralen Datenbank des UFZ in Leipzig verwaltet werden. Über einen Fernzugriff stehen diese Daten auch dem Talsperrenbetrieb des Landes Sachsen-Anhalt AöR (TSB) und der FEO zur Verfügung.

Routinemessprogramm der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz (FEO)

Neben dieser automatisiert ablaufenden Online-Datenerfassung des UFZ führt das Labor der FEO ein limnologisches und hydrochemisches Monitoring nach einem Routineplan an den Hauptzuflüssen (Hassel, Rappbode, Kalte Bode und Warme Bode), den Vorsperren (Hassel, Rappbode und Königshütte) und der Hauptsperre Rappbode durch. In diesen Plan ist auch die Aufnahme eines wöchentlichen Tiefenprofils mittels Multiparametersonde von der Staumauer der Rappbodetalsperre integriert. Diese Messdaten sind wichtige Indikatoren, damit das Unternehmen rechtzeitig auf Veränderungen im Wasserkörper reagieren und die Rohwasserentnahmetiefe durch den TSB ändern lassen kann. Alle routinemäßigen Beprobungs- und Sondierungspläne sind eng mit dem TSB abgestimmt, der für den Betrieb des gesamten Bodesystems verantwortlich ist.

Betriebsdaten des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt (TSB)

Der TSB übermittelt Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz zudem tagesaktuelle Betriebsdaten der Zuflüsse, Vorsperren und der Hauptsperre sowie meteorologische Messwerte aus dem Einzugsgebiet.

Einsatz von Autosamplern

Das Basismessprogramm wird durch die Möglichkeit einer anlassbezogenen Probenahme ergänzt. In Kooperation mit dem UFZ sind für die FEO die Voraussetzungen geschaffen worden, automatische Probenehmer (Autosampler) an den Zuflüssen zum Stausystem an der Hassel, der Rappbode sowie der Kalten Bode und Warmen Bode für Monitoring-Untersuchungen zu nutzen. Die automatische Probenahme erfolgt zurzeit in Abhängigkeit vom Pegelstand und wird somit bei erhöhtem Abfluss ausgelöst. Die Probenahme läuft dann in einem vorgegebenen Zeitintervall ab (z. B. alle drei Stunden) und endet, wenn die acht vorhandenen Flaschen gefüllt sind oder der Pegel sich so weit verringert, dass die automatische Probenahme beendet wird. Somit kann im Fall eines Regenereignisses die ankommende Welle des abfließenden Niederschlagswassers beprobt und danach untersucht werden. Auf diese Art und Weise ist gewährleistet, dass Stoffe, speziell Pflanzenschutzmittel (PBSM) aus der Landwirtschaft, aber auch Unkrautvernichtungsmittel aus dem häuslichen Umfeld oder Abwasserindikatoren wie beispielsweise Coffein, die im näheren Einzugsgebiet in die Umwelt gebracht wurden und durch den Niederschlag transportiert werden, analytisch erfasst werden. Sollte es ausgiebige, länger andauernde Regenfälle geben, so kann der Pegel, der die Probenahme auslöst, angepasst werden. Das Untersuchungsprogramm kann in Abhängigkeit von den in der Landwirtschaft eingesetzten Wirkstoffen variieren.

Rohwasserkontrolle am Wasserwerkseingang Wienrode

Am Wasserwerkseingang erfolgt eine kontinuierliche Messung ausgewählter Parameter mittels Online-Messtechnik, die für die direkte Steuerung der Trinkwasseraufbereitung notwendig sind. Weiterhin werden im Rohwasser wöchentlich die Basis- und Indikatorparameter überwacht, die Änderungen der Rohwasserqualität anzeigen. Mehrmals im Jahr erfolgen umfassendere Analysen, bei denen unter anderem ein erweitertes Spektrum an Spurenstoffen untersucht wird. Die Untersuchungen im Rohwasser orientieren sich am DVGW Arbeitsblatt W 254 „Grundsätze für Rohwasseruntersuchungen“.

Gremienarbeit in den Branchenverbänden

Die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz ist, vertreten durch ihre jeweiligen Mitarbeitenden, in verschiedenen Facharbeitsgruppen der bundesweiten Branchenverbände aktiv. Ziel ist es, einen Beitrag zu den aktuellen Fragestellungen der Wasserbranche zu leisten und zugleich den Wissenstransfer ins Unternehmen zu sichern und die Expertise weiter auszubauen.

Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren (ATT)

Die Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren (ATT) befasst sich mit Themen, die speziell für Trinkwassertalsperren relevant sind. Sie ist damit eine wichtige Ergänzung zu den Fachgruppen des Deutschen Talsperren Komitees (DTK) und des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW).
Im Fachausschuss der ATT werden jeweils neue und aktuelle Themen besprochen, die bei Bedarf zur weiteren Bearbeitung an einen der fünf Arbeitskreise (Analytik, Aufbereitung und Verfahrenstechnik, Bau und Betrieb von Talsperren, Biologie, Talsperrenbewirtschaftung) weitergegeben werden.
Die Mitglieder des Fachausschusses der ATT tauschten sich 2021 in zwei Online-Treffen zu den Konsequenzen und Erfahrungen aus dem Niederschlagsereignis im Juli 2021, zum Umgang mit Extremwetter-Ereignissen und zu den Folgen der Waldschäden aus Sicht der Talsperrenbetreiber und Wasserversorger aus. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der Projekte zur Massenentwicklung coliformer Bakterien und Ökosystemdienstleistungen sowie die Literaturstudie zur Flotation für die Aufbereitung von Talsperrenwasser vorgestellt.
Unter der Leitung des Arbeitskreises Analytik erfolgte die Aktualisierung der Technischen Information 8 „Untersuchungsprogramm zur Wasserbeschaffenheit in Trinkwassertalsperren". Dabei flossen viele Erfahrungen der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz ein, die auf dem inzwischen etablierten interinstitutionellen Monitoring der Rappbodetalsperre basieren .
Die Überarbeitung der ATT-Homepage wurde abgeschlossen, so dass seit Anfang 2022 eine neue Internetpräsenz Aufgaben und Wirken der Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren in der Fachbranche vorstellt: www.trinkwassertalsperren.de.

Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW)

Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz arbeitet in verschiedenen Projekt- und Arbeitskreisen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) mit. Die Mitglieder des DVGW-Projektkreises Stabilisierung halten die Arbeitsblatt-Reihe W 214 „Entsäuerung von Wasser“ kontinuierlich auf dem aktuellen Stand. Zurzeit werden auch die Arbeitsblatt-Reihen W 215 „Zentrale Dosierung von Korrosionsinhibitoren“ und W 216 „Versorgung mit unterschiedlichen Wässern“ auf ihre Aktualität geprüft und an die bestehenden Anforderungen angepasst. Zur Überarbeitung gehören bei Bedarf neben Literaturrecherchen auch verschiedene Feldversuche in Zusammenarbeit mit dem DVGW-Technologiezentrum Wasser (TZW) und dem IWW Zentrum Wasser durchgeführt.
Weitere Erfahrungen des Unternehmens fließen in die Arbeit des DVGW-Arbeitskreises anthropogene Spurenstoffe (AKAS) ein. Der AKAS ist aus dem Arbeitskreis Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel (PBSM) hervorgegangen. Da sich die durch den Menschen in die Umwelt eingetragenen Spurenstoffe nicht nur auf Pflanzenschutzmittel begrenzen, wurde die Arbeitsaufgabe des Arbeitskreises erweitert. Neben den Pflanzenschutzmitteln werden auch weitere Spurenstoffe wie beispielsweise Arzneimittel, Nitrifikationshemmer und industrielle Zusatzstoffe betrachtet. Der AKAS übergibt dem DVGW-Arbeitskreis Trinkwasser eine Handlungsempfehlung mit den in Sachsen-Anhalt zu untersuchenden Substanzen. Im Freistaat Sachsen existiert eine ähnliche Arbeitsgruppe.
Eine weitere DVGW-Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der risikobewertungsbasierten Anpassung der Probenahmeplanung (RAP). Mit diesem Thema und der Gefährdungsbeurteilung in den Einzugsgebieten werden sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe wahrscheinlich 2022/2023 intensiv befassen.

Arbeitsgemeinschaft der Wasserversorger im Einzugsgebiet der Elbe (AWE)

In der Arbeitsgemeinschaft der Wasserversorger im Einzugsgebiet der Elbe (AWE) haben sich sechs Wasserversorgungsunternehmen aus Mitteldeutschland und Berlin zusammengeschlossen, um gemeinsam für eine langfristig auf einem hohen qualitativen Niveau abgesicherte und effiziente Trinkwassergewinnung einzutreten. Prioritäres Ziel der AWE ist die Verbesserung der Oberflächenwasserqualität in der Elbe und ihrer Nebenflüsse, um mit naturnahen Aufbereitungsverfahren Trinkwasser produzieren zu können. Da diese Ziele auch in Artikel 7 der europäischen Wasserrahmenrichtlinie verankert sind, schloss sich die AWE bereits 2019 mit anderen Flussgebiets-gemeinschaften an Rhein, Donau, Ruhr, Maas und Schelde zur ERM-Koalition zusammen. Benannt ist das Bündnis nach dem 2020 gemeinsam veröffentlichten Europäischen Fließgewässermemorandum (European River Memorandum, ERM). Im vergangenen Jahr ist die Öffentlichkeitsarbeit für unsere Anliegen deutlich verstärkt worden. Seit Jahresbeginn 2021 wird über die Kommunikationsplattform Twitter zu aktuellen wasserpolitischen Themen Stellung bezogen.
Leider konnten die Beratungen der AWE nur teilweise in Präsenz stattfinden. Trotzdem ist es gelungen eine Vergleichsuntersuchung aller Labore zu organisieren und an den Online-Beratungen der IKSE teilnehmen zu können.
Vor Beginn des 3. Bewirtschaftungszeitraum nach EUWasserrahmenrichtlinie (2022 bis 2027) nutzten die AWE-Mitgliedsunternehmen die öffentliche Anhörung, um eine Stellungnahme zum Bewirtschaftungsplan und Maßnahme-Programm einzureichen. In einem 9-Punkte-Forderungskatalog werden dem Bund und den Ländern Möglichkeiten aus Sicht der Wasserversorger aufgezeigt, wie eine schrittweise Verbesserung der Fließgewässerqualität im dritten Bewirtschaftungszyklus von statten gehen sollte. Die Wasserversorger bieten den politischen Entscheidungsträgern ihre Unterstützung an, damit die Erreichung der „guten Qualität“ nach WRRL im Sinne aller Verbraucher nicht in weite Ferne rückt.

Extra: 


Zum Weltwassertag 2022 verabschiedete die ERM-Koalition das Europäische Grundwassermemorandum  [Link zum PDF des EGM ] zur qualitativen und quantitativen Sicherung der Trinkwassergewinnung für zukünftige Generationen. Die Trinkwasserversorger mahnen darin an, dass die äußerst wichtige Ressource Grundwasser intensiven qualitativen und quantitativen Schutz benötigt, um auch in Zukunft die Trinkwasserversorgung zu sichern.

Bildergalerie: Neubau Hochbehälter Spiegelsberge

Der Hochbehälter Spiegelsberge ist Teil des rund 800 Kilometer langen Versorgungssystems der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz, die Trinkwasser aus der Rappbodetalsperre und der Elbaue gewinnt und in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Ostthüringen verteilt. Mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 10.000 Kubikmetern sichert der Speicher die Versorgung im Raum Halberstadt. Über eine Fernleitung wird er mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk in Wienrode gespeist. Im Juni 2021 fiel der Startschuss für die Erneuerung der beiden Wasserkammern sowie des zugehörigen Schiebergebäudes. Bis Herbst 2023 sollen die Arbeiten planmäßig abgeschlossen sein. Verfolgen Sie in unserer Bildergalerie den Fortschritt des Vorhabens.

  • Mitarbeiter

    220

  • Länge Leitungsnetz

    800 KM

  • Wasserabsatz im Jahr

    80 Mio. m³

Das Unternehmen

Die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz ist einer der großen deutschen Wasserversorger. Als Vorversorger beliefert das Unternehmen lokale Wasserversorger und industrielle Gewerbekunden in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit Trinkwasser. In einer Region von rund 9.000 Quadratkilometer Fläche erhalten circa 2,5 Millionen Menschen täglich Fernwasser. Pro Jahr stellt das Unternehmen mehr als 80 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus dem Oberflächenwasser der Rappbodetalsperre im Harz, dem Uferfiltratwasser der Elbe und dem Grundwasser der Dübener und Dahlener Heide bereit. In den Wasserwerken Wienrode (bei Blankenburg im Harz), Torgau-Ost und Mockritz in der Elbaue können bis zu 340.000 Kubikmeter Trinkwasser am Tag aufbereitet werden, die über ein etwa 800 Kilometer langes Leitungsnetz im mitteldeutschen Raum verteilt werden. An sechs Unternehmensstandorten sorgen 220 Beschäftigte für eine sichere und qualitativ hochwertige Wasserversorgung. Weitere Informationen finden sie auf unsere Website www.fwv-torgau.de.

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Ihre Ansprechpartner zu den Themen des Trinkwasserberichts

Matthias Krüger

  • Leiter Unternehmensbereich Qualitätssicherung
  • Verantwortlich für den Betrieb des Trinkwasserlabors, Qualitätsmanagement, Verfahrenssteuerung, Ressourcenschutz, externer Ansprechpartner in Fragen der Trinkwassergüte

Jan Donner

  • Leiter Fachbereich Labor Ostharz, stellv. Leiter Qualitätssicherung
  • Verantwortlich für Qualitätskontrolle, Wasseranalytik, Umsetzung der DIN EN/IEC 17025: 2018 und Aufrechterhaltung der Akkreditierung, Kontrolle und verfahrenstechnische Optimierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage Wienrode

Das Fernwassersystem im Überblick

Zusammen über 800 Kilometer lange Fernwasserleitungen transportieren das Trinkwasser aus den Wasserwerken Wienrode im Harz sowie Mockritz und Torgau-Ost nahe Torgau zu den lokalen Versorgern im mitteldeutschen Raum. Ein Team aus rund 20 Mitarbeitern an den Laborstandorten Wienrode und Torgau-Ost wacht kontinuierlich über die Einhaltung der Qualitätskriterien. Sowohl an den drei Wasserwerken selbst, als auch an 16 ausgesuchten Punkten im Fernleitungsnetz werden dafür Proben entnommen und analysiert.

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Legende
  • Wasserwerk Wienrode
  • Wasserwerk Mockritz
  • Wasserwerk Torgau-Ost
  • Probenahmestelle

Linkbibliothek

Arbeitsgemeinschaft der Wasserversorger im Einzugsgebiet der Elbe (AWE) Link

Die AWE ist die Interessenvertretung ihrer Mitglieder in politischen Entscheidungsprozessen, insbesondere gegenüber der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE). Ihre Ziele sind die Verbesserung der Qualität des Wassers der Elbe und ihrer Nebenflüsse und die Sicherung bzw. Ermöglichung einer Trinkwassergewinnung im Elbeeinzugsgebiet mit naturnahen Aufbereitungsverfahren.

www.awe-elbe.de

Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke an der Ruhr e.V. (AWWR)

www.awwr.de

Arbeitsgemeinschaft Trinkwassertalsperren (ATT) Link

Die ATT ist eine gemeinnützige Vereinigung von rund 40 Wasserversorgungsunternehmen, Wasserverbänden, Talsperrenbetrieben und -verwaltungen, Hochschul-, Untersuchungs- und Forschungsinstituten in der Bundesrepublik Deutschland und im Großherzogtum Luxemburg, die sich mit der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser aus Talsperren befassen.

www.trinkwassertalsperren.de

Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW)

www.dvgw.de

European Federation of National Associations of Water Services (EUREAU)

www.eureau.org

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) – Department Seenforschung

Das Department Seenforschung widmet sich der Erforschung von Seen und Talsperren, erarbeitet vor diesem Hintergrund Monitoring- und Modellierungswerkzeuge für die Praxis und entwickelt Managementstrategien für den Umgang mit Nutzungskonflikten oder neuartigen Gewässerbelastungen.

www.ufz.de/index.php?de=34221

Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Donaueinzugsgebiet (IAWD)

www.iawd.at/

Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet (IAWR)

www.iawr.org/

Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE)

Die IKSE strebt eine Verbesserung des Zustands der Elbe und ihrer Hauptnebenflüsse in physikalischer, chemischer und biologischer Hinsicht in den Komponenten Wasser, Schwebstoffe, Sediment und Organismen an. Ziel ist es auch hier, die naturnahe Gewinnung von Trinkwasser aus Uferfiltrat zu sichern.

www.ikse-mkol.org

Twitterkanal der ERM-Koalition

Die Koalitionspartner des Europäischen Fließgewässermemorandums (European River Memorandum – ERM) sind Arbeitsgemeinschaften von Wasserversorgern, die sich entlang der größten europäischen Flüssen befinden und die Interessen von mehr als 115 Millionen Menschen im Bereich des Wasserschutzes und der Trinkwasserversorgung in 17 Ländern vertreten, durch welche diese Flüsse fließen.

twitter.com/ERM_Coalition

Downloads

Trinkwasser enthält von Natur aus viele Mineralien und Spurenelemente. Welchen Anforderungen es genügen muss, um dabei für den lebenslangen menschlichen Gebrauch geeignet zu sein, regelt die Trinkwasserverordnung. Dank unserer guten Rohwasserressourcen können wir diese strengen Vorgaben mit unserem Wasser vielfach unterbieten. In den unten aufgeführten Analysedaten finden Sie die genauen Inhaltsstoffe ihres Wassers. Daten stehen für jedes der drei Wasserwerke sowie für die einzelnen Probenahmestellen zur Verfügung.

Trinkwasserbericht

Der Trinkwasserbericht 2021 für Sie

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